Kreisfeuerwehrverband Euskirchen e.V.

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start

Neue Hochwasserkarten für die Erft

KREIS EUSKIRCHEN. Es begann mit starken Regenfällen, die im Laufe der Nacht zum 28. September 2007 für manche Anwohner der Erft verheerende Folgen hatten: Das Bachbett trat vielerorts über die Ufer und ließ zahllose Keller volllaufen. Besonders hart traf es den Ort Gilsdorf bei Bad-Münstereifel. Dort stand die Ortsdurchfahrt meterhoch unter Wasser. Einige Anwohner mussten evakuiert werden. Landrat Günter Rosenke stellte damals das Großschadensereignis fest. Aus dem ganzen Kreisgebiet strömten Löschzüge in den Nordkreis. In den frühen Morgenstunden erhielten sie Unterstützung von weiteren Löschzügen aus der Stadt Köln und der Feuerschutzbereitschaft Düren.


"Die Bedrohung durch solche Hochwasser nimmt zu", berichtete Landrat Rosenke im Rahmen einer Pressekonferenz zur Vorstellung einer neuen Hochwassergefahrenkarte. Die Bezirksregierung Köln, der Kreis Euskirchen und der Erftverband hatten gemeinsam eine solche Gefahrenkarte entwickelt, die bei starken Regenfällen Prognosen über die zu erwartenden Pegelstände an Erft, Rotbach und Veybach ermöglicht. Die im Internet veröffentlichten Karten zeigen genau, welche Straßen und Brücken bei welchem Wasserstand nicht mehr zu nutzen sind und welche Wohnbereiche oder gar Produktionsanlagen geflutet sind.

Die Karte ist einsehbar unter

       http://www.kreis-euskirchen.de/umwelt/wasserwirtschaft/hochwasserinfos.php

Die Hochwassergefahrenkarte dient aber nicht nur Feuerwehren und Rettungskräften. Auch Bürger und potentielle Häuslebauer können sich anhand der Karten informieren. Auf den Internetseiten der Kreisverwaltung sowie bei den Städten und Gemeinden sind Flyer vorhanden, die Ansprechpartner beinhalten. Darüber hinaus gibt es wertvolle Tipps, etwa zum Einbau von Kanalrücklaufventilen oder Wannen, die um ein Wohnhaus gebaut werden können, so Rosenke.

"Die Erstellung der Hochwassergefahrenkarte ist nicht nur eine administrative Aufgabe, sondern nimmt die Bürger in die Verantwortung", sagte Regierungspräsident Hans-Peter Lindlar. Wer direkt an einem Fluss oder Bach wohnt, sollte sich beispielsweise ein Mäuerchen errichten und ein Schott. Rechtzeitig solle sich jeder Bürger Gedanken darüber machen, wo Fenster oder Vorrichtungen präpariert werden müssten. "Denken Sie auch an eine Elementarschadens-Versicherung", riet Lindlar.

Ausgearbeitet wurden drei Gefahrenszenarien mit den Fragestellungen: Welche Auswirkungen hat ein "normales" Hochwasser, welche ein "hundertjährliches" Hochwasser und welche ein Extremhochwasser? Welche Maßnahmen hat man zu treffen und welche besonderen Objekte sind betroffen?

Für den Bereich der Erft sieht das Worst-Case-Szenario in Arloff das komplette Hammerwerk Erft überschwemmt und in Iversheim die Hallen von Greven Fettchemie unter Wasser stehen. Nicht berücksichtigt werden Hochwasser durch Kanalüberstauungen und Sturzfluten durch Starkregen.

Der Erftverband unterstützt die Abwehrmaßnahmen beispielsweise durch den Bau von Rückhaltebecken. Die sollten das Wasser abhalten, so lange es sich nicht um hundertjährliches Hochwasser oder mehr handelt. Mit Radar wird überprüft, was auf die Region zukommen kann. Die Pegelstände der Flüsse und Bäche werden auch der Rettungsleitstelle mitgeteilt, berichtete Kreisbrandmeister Udo Crespin. "So können wir genau planen, wo wir die Bevölkerung durch mobile Sirenen alarmieren wollen und wo wir Sandsäcke hinbringen müssen", so Crespin.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 09. Juli 2010 um 14:50 Uhr