Kreisfeuerwehrverband Euskirchen e.V.

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Start Gefahrenabwehr Großschadenlagen

Großschadenlagen


Großschadenslagen und Katastrophen

Mit dem Inkrafttreten des Feuerschutz- und Hilfeleistungsgesetzes des Landes NRW im Jahr 1998 wurde der Begriff der "Katastrophe" überholt. An die Stelle des friedensmäßigen Katastrophenschutzes ist seitdem in Nordrhein-Westfalen die Begrifflichkeit der "Abwehr von Großschadensereignissen" getreten.

Die Bewältigung von Großschadensereignissen und die organisatorisch notwendigen Vorbereitungen zur Abwehr solcher obliegt den Kreisen und kreisfreien Städten. Hierzu haben diese unter anderem eine (technische) Einsatzleitung (operativ-taktisch) und einen Krisenstab (administrativ-organisatorisch) einsatzbereit vorzuhalten.


Vorbereitung auf Großschadenslagen im Kreis Euskirchen

Zur Bewältigung von größeren Schadenslagen (Großschadenslagen oder der Massenanfall von verletzten Personen) wurden im Kreis Euskirchen unter Beteiligung der Hilfsorganisation und der kreisangehörigen Feuerwehren frühzeitig Pläne und Standards entwickelt, um eine effektive und schnelle Gefahrenabwehr zu realisieren. Zu den regulär im Dienst befindlichen Einsatzkräften der Notfallrettung treffen bei großen medizinischen Schadenslagen Angehörige der Hilfsorganisationen (Spitzenbedarf). Einzelne Module (Schnelleinsatzgruppen/ SEGen) können somit gezielt von der Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst alarmiert und vor Ort zusammengestellt werden.

Die Einheiten gliedern sich in:

- Rettung der Menschen vor Ort (Medizinische Versorgung und Patientanablage)
- Aufbau und Betrieb der Infrastruktur vor Ort (Behandlungsplatz)
- Notfallmedizinischer Transport (Patiententransport in die Krankenhäuser)

Die Komponenten setzen sich aus Ärzten der Krankenhäuser, Ärzten der Hilfsorganisationen und auch aus niedergelassenen Ärzten aus dem Kreisgebiet zusammen. Das nichtärztliche Personal wird aus dienstfreien Kollegen der Notfallrettung des Kreisrettungsdienstes und aus ehrenamtlichen Angehörigen der Hilfsorganisationen gestellt.

Nach der Feststellung eines Großschadensereignisses durch den Landrat (Hauptverwaltungsbeamter) übernimmt der Kreisbrandmeister oder einer seiner Stellvertreter (A-Dienst) die Führung der Einsatzleitung.

Das erste Großschadensereginis lt. Definition ereignete sich im Kreis Euskirchen in der Nacht zum 28. September 2007, als schwere Unwetter fast im gesamten Kreisgebiet für Überschwemmungen sorgten. Mehr als 900 Einsatzkräfte waren stundenlang im Einsatz.

Leitender Notarzt und Organisatorischer Leiter Rettungsdienst

Bei Schadenslagen mit einer Vielzahl verletzter Personen entsteht an der Einsatzstelle ein deutlich erhöhter Koordinierungsbedarf.
Um dem Rechnung zu tragen, bestellt der Träger des Rettungsdienstes den Leitenden Notarzt (LNA), der ärztlichem Personal in medizinisch- organisatorischen Fragen Weisungen erteilen kann (RettG NRW vom 24.Nov.1992).

An dessen Seite koordiniert der Organisatorische Leiter Rettungsdienst (OrgL) den nicht medizinischen, organisatorischen- taktischen Part an der Einsatzstelle und bildet zusammen mit dem Leitenden Notarzt den Einsatzabschnitt „Medizinische Rettung“ bei großen Einsatzlagen

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 27. September 2009 um 16:54 Uhr