Kreisfeuerwehrverband Euskirchen e.V.

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Notrufmissbrauch

Leider ist das Absetzen von Notrufen per Mobiltelefon nicht nur ein Segen. Seit Jahren nimmt der Notrufmissbrauch gerade per Handy permanent zu.

Die Rettungsleitstelle des Kreises Euskirchen verzeichnet im Tagesdienst zwischen 7.30 und 19 Uhr rund 150 Anrufe, bei denen es sich nicht um Hilfeersuchen handelt. Davon gehen etwa 80 Prozent von Mobiltelefonen und 20 Prozent von Festnetzanschlüssen oder Telefonzellen aus.

In dieser Zeit ist der entsprechende Notruf blockiert und mindestens ein Kollege damit beschäftigt, den vermeindlichen Notruf abzufragen. Laufen währenddessen andere Einsätze auf oder wird ein „echter Notruf“ gewählt, kommt es unter Umständen zum Verzug in der Bearbeitung. Derjenige, der mit dem Notruf „spielt“, sollte sich im Klaren darüber sein, welchen Schaden er seinen Mitmenschen unter Umständen durch Fehlalarmierungen oder dem Blockieren von Notrufleitungen zufügt.

Ein weiteres Problem ist die Meldung von „Enten“, womit die bewusste Meldung von fiktiven Einsatzszenarien gemeint sind. Da die Disponenten in jedem Fall von einem reelen Hilfeersuchen ausgehen, wird stets der Rettungsdienst oder die Feuerwehr alarmiert.

Nicht nur, dass die Rettungsmittel während dieser Zeit nicht für andere reele Einsätze zur Verfügung stehen. Auch die Einsatzfahrten mit Sonder- und Wegerechten bergen ein hohes Unfallrisiko für die Besatzungen der Einsatzfahrzeuge. Wird gar die Feuerwehr zu einem fiktiven Brand gerufen, entstehen immense Lohnausfallkosten, die die Arbeitgeber der Feuerwehrangehörigen bei der jeweiligen Stadt oder Gemeinde geltend machen.

Durch modernste technische Kommunikationsmittel ist es inzwischen möglich, den Großteil der falschen Notrufe zurückzuverfolgen. Nicht nur, dass die Kosten für die alarmierten Einsatzkräfte geltend gemacht werden. Der Missbrauch des Notrufs stellt keinen Kavaliersdelikt dar, sondern ist eine Straftat im Sinne des Strafgesetzbuches, die mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr geahndet wird.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 18. September 2009 um 22:09 Uhr