Kreisfeuerwehrverband Euskirchen e.V.

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Leitende Notärztin, Frau Dr. Gisela Neff

 Seit über 25 Jahren ist Dr. Gisela Neff als Notärztin und Chirurgin im Mechernicher Kreiskrankenhaus tätig, seit 1989 ist sie zudem leitende Notärztin im Kreis Euskirchen. Unzähligen Menschen hat sie seitdem geholfen - und zahlreichen wohl auch das Leben gerettet.
 

Dass sie Ärztin werden wollte, stand für Dr. Gisela Neff schon als Kind fest. Mit zwölf Jahren hatte sie ihren Traumberuf bereits fest im Blick. Schon damals interessierte sie sich für alles, was mit Medizin zusammen hing. Bei den Johannitern belegte sie seinerzeit freiwillig einen Erste-Hilfe-Kursus. Üblicherweise haben Teenager andere Interessen. Heute ist sie im Kreis Euskirchen und darüber hinaus als überaus engagierte Notärztin bekannt und angesehen.

In Essen wurde sie geboren, aufgewachsen jedoch ist sie in Bayern und machte dort auch ihr Abitur. Vergeblich wartete sie auf einen Studienplatz in München, verließ dann schweren Herzens ihre bayerische Heimat und immatrikulierte sich an der Universität Aachen für den Studienzweig Medizin. „Ich fühlte mich jedoch dort nicht so recht wohl, die Stadt lag mir einfach nicht“, erklärt sie. Gern ergriff sie dann die Gelegenheit, nach Bonn zu wechseln, um dort ihr Studium zu beenden und daran anschließend auch die klinische Ausbildung zu absolvieren. Als frischgebackene junge Ärztin bewarb sie sich am Kreiskrankenhaus Mechernich in der Chirurgie. Zum 1. Juli 1982 trat sie in der Eifel ihre Stellung an und nahm zudem von Anfang an den Dienst als Notärztin wahr. Seither hat sie in den vielen Jahren unzähligen Menschen geholfen - und auch so manches Leben gerettet.

Rund um die Uhr steht im Kreis Euskirchen jeweils ein Notarzt an den drei Krankenhäusern in Schleiden, Mechernich und Euskirchen auf Abruf bereit, um beispielsweise bei Verkehrsunfällen, häuslichen Unfällen, Schlaganfällen, Herzinfarkten oder Kindernotfällen schnellstmöglich - innerhalb von zehn bis zwölf Minuten Hilfe - zu leisten. „So einige schlimme Sachen bekommt man da so schnell aus seinem Kopf nicht heraus“, räumt Dr. Neff ein. Besonders wenn Wiederbelebungsversuche vergeblich sind, belastet sie das nachhaltig.

Die Massenkarambolage wegen Nebel und Glatteis auf der Autobahn im Jahr 1985 mit 52 zum Teil Schwerverletzten und mehreren Toten ist einer der Einsätze, die sie nicht vergisst. „Bei so vielen Verletzten ist es schwer zu sondieren, wem zuerst geholfen werden muss“, erklärt sie. Speziell zu dieser Problematik hat sie ein „Handbuch der Sichtung“ verfasst.

Der Brand im Kreiskrankenhaus Mechernich von 1991 ist ihr noch in lebendiger Erinnerung, genauso wie 1994 der Amoklauf im Amtsgericht Euskirchen, bei dem sieben Menschen zu Tode kamen. Im Jahre 2004 ereignete sich ein Busunfall auf der A 1: Unter den aus dem Spanien-Urlaub heimkehrenden jungen Menschen gab es zwei Tote und 68 Verletzte. All diese Ereignisse waren spektakulär, doch auch der Alltag erfordert immer wieder Entscheidungen.

Nach den vielen Jahren als Notärztin hat sie die Erfahrung, schnelle Diagnosen zu stellen. Glücklicherweise verlaufen nicht alle Tage so dramatisch und mit spektakulären Fällen. Normalerweise sind täglich zwischen vier und fünf Einsätzen zu bewältigen.

Bereits 1989 wurde ihr die Funktion des Leitenden Notdienstes für den Kreis Euskirchen übertragen. Damit hat sie auch die Aufgabe, das medizinische Management bei größeren Schadenereignissen mit Verletzten zu übernehmen. Als ärztliche Leiterin des Rettungsdienstes ist sie für die Organisation aller in diesem Bereich anfallenden medizinischen Erfordernisse verantwortlich. Dazu gehört auch die Medikamenten-Bestückung der Rettungswagen oder die jährliche, 30 Stunden umfassende Fortbildung für die Rettungsassistenten.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 21. Januar 2009 um 19:41 Uhr